Geschichte

1988–1992 Pionierphase

Die Geschichte von Espoir beginnt mit Stefanie, einem vierjährigen, aidskranken Mädchen, dessen Eltern gestorben sind und das vereinsamt in einem Kinderheim lebt. Helen von Arx, damals Sozialarbeiterin in einem Heim der Stadt Zürich, ist damit konfrontiert und sucht für das Mädchen eine Pflegefamilie. Daraus entwickelt sich unter dem Namen Espoir ein Projekt zur Pflegeplatzierung der Stadt Zürich. Dies ermöglicht auch anderen betroffenen Kindern in einem familiären Umfeld aufzuwachsen.

Leider fällt das neue Projekt nach drei Jahren den Sparmassnahmen der Stadt zum Opfer. Helen von Arx will das Projekt nicht sterben lassen, erkannte seine Stärke und gründet mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern am 12. Mai 1992 den Verein Espoir mit dem Ziel, benachteiligten Kindern im ganzen Kanton Zürich eine hoffnungsvolle Perspektive zu geben. Sie war davon überzeugt, dass das Modell der begleiteten Pflegefamilie Zukunft hat.

1993 bis 1999 Ausbau und Etablierung

Neben den begleiteten Pflegeplatzierungen wird das Angebot von Espoir mit Sozialpädagogischen Familienbegleitungen und Abklärungen vor Ort in den Familien erweitert. Für den noch jungen Verein gilt es, die nötigen Geldmittel zu beschaffen; die geleistete Betreuungsarbeit kann nur zu zwei Drittel durch Rechnungsstellung an die Sozialbehörden finanziert werden. Vereinsmitglieder, eine limitierte Defizitgarantie des Kantons und immer wieder Gönnerinnen und Gönner leisten einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung des Vereins.

2000 bis 2007 Immer am Puls der Zeit

Neben der Aidsproblematik spezialisiert sich Espoir auf Not leidende Kinder, deren Eltern psychische, Sucht- und andere Probleme haben und in schwierigen sozialen Verhältnissen leben. Der Bedarf ist gross und so etabliert und erweitert sich Espoir. Die Geschäftsstrukturen werden laufend den Gegebenheiten angepasst und eine zweite Fachleitung wird eingestellt.

2008 bis 2010 Weiterentwicklung und anerkannte Sozialinstitution

Espoir leistet weiterhin Sensibilisierungsarbeit für die Bedürfnisse der Kinder. Rahmenverträge mit der Stadt Zürich für die Erbringung von begleiteten Pflegeplatzierungen, Sozialpädagogischen Familienbegleitungen und Abklärungen werden unterzeichnet. 2010 tritt die Gründerin Helen von Arx in den Ruhestand.

2011 bis heute Konsolidierung und Qualitätssicherung

Im Frühjahr 2011 erfolgt der Umzug in die heutigen Geschäftsräume an der Brahmsstrasse 28 in Zürich, gleichzeitig tritt Lucia Schmid als Geschäftsführerin ein. Inzwischen ist Espoir in der Lage, den grössten Teil der anfallenden Kosten aus den Erträgen der erbrachten Dienstleistungen zu decken. Für die Finanzierung der Soforthilfe für Kinder in Not und für die Entwicklung der für die Kinder wichtigen Interventionen, wie die erlebnispädagogischen Angebote ist Espoir auf treue Spenderinnen und Spender angewiesen.

2012 feiert Espoir sein 20-jähriges Bestehen mit einem neuen Erscheinungsbild. In dessen Zentrum steht auch heute noch die von Stefanie gezeichnete Sonne – Stefanie, das Mädchen, das das Projekt Espoir bei der Stadt Zürich ausgelöst hatte. 2014 erhielt Espoir das Qualitätslabel FPO Integras, das uns Fachlichkeit, Wirtschaftlichkeit sowie die Orientierung an den Kinderrechten attestiert.

Seit Beginn legt Espoir grossen Wert auf die Weiterbildung der Pflegeeltern. Seit 2017 übernimmt die Schule für Sozialbegleitung im Auftrag von Espoir und tipiti den Lehrgang für Pflegeeltern.

Jahresberichte