Projekt «Ponto»

Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern

Die erstmalige Kooperation von Espoir und Pro Infirmis Zürich bringt ein innovatives soziales Angebot hervor: Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern. Diese Kinder werden in psychiatrischen Kontexten oft übersehen. Es gibt kaum unterstützende Angebote, die auf sie ausgerichtet sind.

Kinder von psychisch erkrankten Eltern leiden häufig stark mit ihrer beispielsweise traumatisierten Mutter oder ihrem depressiven Vater. Studien zeigen: Diese Kinder sind besonders gefährdet, im Laufe ihres Lebens selbst psychisch zu erkranken. Ihre Verletzlichkeit zeigt sich zum Beispiel in emotionalen Problemen oder darin, dass diese Kinder schon früh Aufgaben ihrer Eltern übernehmen. Je länger eine Erkrankung der Eltern dauert, desto mehr unterstützende Kontakte ausserhalb des engsten Familienkreises fallen weg.

Hier setzt «Ponto» an, das neue Angebot von Espoir und Pro Infirmis Zürich. In der internationalen Sprache Esperanto bedeutet das Wort «Brücke», und genau das möchten wir mit unserem Projekt: Brücken bauen, Hindernisse überwinden, Verbundenheit schaffen.

Kinder von 4 bis 15 Jahren von psychisch belasteten Eltern verbringen einen halben Tag pro Woche mit einer freiwilligen Patin oder einem freiwilligen Paten aus ihrer Umgebung. Dort erfahren sie einen anderen Alltag und knüpfen neue Kontakte. Im Gegenzug gewinnen die Eltern eine Pause von Erziehungsaufgaben und ein paar Stunden Zeit. Das freiwillige Engagement der Patinnen und Paten fördert eine persönliche Beziehung zu den Kindern. Sie stehen im Mittelpunkt der freiwilligen Einsätze.

Espoir und Pro Infirmis Zürich ziehen für die Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern erstmals am selben Strang: Espoir greift bei der Auswahl und dem Coaching der freiwilligen Patenfamilien auf sein Fachwissen in der Begleitung von Pflegefamilien zurück. Pro Infirmis Zürich ist erste Anlauf- und Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung – darunter auch zahlreiche Eltern mit psychischen Erkrankungen.

Im August 2019 startet das Angebot als dreijähriges Pilotprojekt und konzentriert sich zu Beginn auf die Stadt Zürich, bevor es auf den ganzen Kanton Zürich ausgedehnt wird. Die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat die Projektentwicklung als unabhängige Stelle begleitet.

Kontakt

Lucia Schmid
Geschäftsführerin und Projektleiterin

l.schmid@vereinespoir.ch
Telefon 043 501 24 10

 

Wir danken folgenden Stiftungen, Einrichtungen und Personen für die Unterstützung unseres Projekts:

  • Aktion "Jeder Rappen zählt" von SRF und der Glückskette
  • Christian Bachschuster Stiftung
  • Ernst Göhner Stiftung
  • Erwin und Johanna Müller-Zoller Stiftung
  • Familien Looser Stiftung
  • Frauenverein Rüschlikon
  • Kirchgmeinde Meilen
  • Max Wiederkehr Stiftung
  • Reinhard von der Becke
  • Stadt Zürich, Sozialdepartement
  • Stiftung Humanitas