Formen der SPF

Elterncoaching/Systemwiederherstellung
Beim Elterncoaching stehen die Eltern und die Stärkung ihrer Erziehungsfähigkeit im Fokus der begleitenden Fachperson. Sie bezieht die Kinder adäquat ein. Mögliche Themen sind Kompetenzerweiterungen der Eltern in Bezug auf Alltagsstrukturen, Vernetzung oder Freizeitgestaltung. Unser Ziel ist, die elterliche Präsenz wieder herzustellen, so dass die Eltern ihre Erziehungsaufgaben eigenverantwortlich und selbstständig wahrnehmen können. Gelingt dies nicht, sorgt die Familienbegleitung dafür, dass die Bedürfnisse der Kinder im Alltag wahrgenommen werden, mit dem Ziel, die adäquaten Rollen in der Familie wiederherzustellen (Systemwiederherstellung).

Systemergänzung (Intensiv-SPF)
Die Eltern sind aus verschiedenen Gründen nicht mehr in der Lage, ihre elterlichen Pflichten vollumfänglich wahrzunehmen. Sie delegieren Teile ihrer Verantwortung zu Beginn der Intervention während einer befristeten Zeit an die sozialpädagogische Fachperson. Diese nimmt mit allen Familienmitgliedern eine verbindliche Beziehung auf, übernimmt eine Kontrollfunktion, stützt aktiv die Rolle der Eltern und sichert die Wahrnehmung der Kinderbedürfnisse. Ziel der Systemergänzung ist, eine ausserfamiliäre Platzierung möglichst zu vermeiden.

SPF Frühe Kindheit (0–3 Jahre)
Das Säuglings- und Kleinkindalter stellt an Eltern ganz besondere Herausforderungen. Die SPF Frühe Kindheit unterstützt den Aufbau einer gelungenen Eltern-Kind-Beziehung und einer sicheren emotionalen Bindung des Kindes. Gleichzeitig beugt sie einer möglichen Fehlentwicklung vor. Bei Bedarf arbeiten wir mit der videogestützten Methode «Entwicklungspsychologische Beratung (EPB)».

Begleitung für Kinder psychisch kranker Eltern
Die Eltern (oder ein Elternteil) sind durch eine psychische Erkrankung in ihrer Elternrolle eingeschränkt. Diese Erkrankung ist nicht in einer absehbaren Zeit überwindbar und beeinträchtigt daher das Zusammenleben in der Familie. Unsere Familienbegleiter/innen unterstützen die Eltern trotz ihrer beeinträchtigten Kompetenzen, ihre Elternrolle wahrzunehmen und sie der Entwicklung ihrer Kinder anzupassen. Die Familienbegleitung vermittelt den Kindern Halt und Stabilität, leistet situationsabhängige Unterstützung, garantiert die Vernetzung der Kinder mit ihrem Umfeld und thematisiert mit ihnen altersadäquat die Krankheit der Eltern. Die Kinder erhalten in angemessener Form Hilfe zur Selbsthilfe, um schwierige Situationen zu bewältigen. Die Intensität der Begleitung ist abhängig vom Befinden des kranken Elternteils und kann schwanken.

Coaching von Jugendlichen
Dieses Angebot eignet sich für Jugendliche in Entwicklungskrisen oder in mehrfachbelastenden Situationen, die mehr oder andere Unterstützung benötigen als die Familie bieten kann. Sie werden in dem Prozess der Ablösung und Selbständigkeit durch eine Fachperson begleitet und, wenn nötig, auch bei einzelnen Handlungsschritten konkret unterstützt. Die erste Ansprechperson für die Familienbegleiterin der den Familienbegleiter sind die Jugendlichen; die Eltern werden in den Prozess einbezogen. Wo nötig übernimmt die Familienbegleiterin oder der Familienbegleiter eine Vermittlerrolle zwischen Eltern und Jugendlichen. Die psychische Unversehrtheit und Grundversorgung der Jugendlichen ist weiterhin durch die Eltern gewährleistet.